Jede Menge Schotter …
12. März 2011 ~ 19:36 Uhr

… habe ich zwischen die Schwellen fegen müssen. Aber die Mühe hat sich gelohnt, denn das Ergebnis stellt mich zufrieden. Die Gleise auf dem ersten Segment sind eingeschottert! Eigentlich gibt es zum Thema “Schottern” wohl kaum mehr ein Wort zu verlieren; im Netz finden sich zahlreiche Artikel, Beschreibungen und Fotos, auf denen der Vorgang des Einschotterns hinlänglich erklärt wird. Da ich aber jeden Bauabschnitt in meinem Blog dokumentieren möchte, kommt hier ein weiterer Beitrag zum Thema “Schottern”.

Foto: Erst der Schotter rundet das Gesamtbild ab


Die Schwellen erhielten zunächst eine “Aufhellungskur”, da sie mir doch etwas zu neu und plastikhaft aussahen. Mit stark verdünnter, grauer Dispersionsfarbe erhielten die Schwellen einen matten Überzug, um dadurch etwas ausgetrockneter und verwitterter zu wirken.

Foto: Aufhellen der Schwellen mit grauer Farbe

Aus einem kleinen Fruchtzwerge Joghurtbecher habe ich den Schotter vorsichtig zwischen die Schwellen gekippt. Mit einem Pinsel wurden dann alle Steinchen zwischen die Schwellen gefegt. Auf den Schwellen sollten so gut wie keine Steine mehr liegen; so, wie es eben auch beim großen Vorbild der Fall ist.

Foto: Verteilen des Schotters mit einem Pinsel

Jetzt nur nicht niesen – denn dann wäre die mühsame Fegerei umsonst gewesen! Für einen Heuschnupfen geplagten Menschen wie mich, stellt eine plötzliche Niesattacke in diesem Falle eine ernsthafte Bedrohung für das Geschaffene dar!

Verklebt habe ich den Schotter übrigens nicht mit dem bekannten Wasser-Spüli-Holzleim Gemisch, sondern mit Tiefgrund aus dem Baumarkt, welcher normalerweise zur Behandlung von Wänden vor dem Streichen verwendet wird. Der Tiefgrund bietet in meinen Augen folgende Vorteile: Er ist gebrauchsfertig (das Mischen mit Wasser entfällt) und härtet nicht so hart aus, wie es z. B. bei Holzleim der Fall ist. Diese Eigenschaft verhindert unangenehme Schallbrücken zum Segmentkasten!

Foto: Alles ist verteilt und kann nun verklebt werden

Vor dem Verkleben ist es sehr wichtig, den zu verklebenden Bereich mit einem Wasser-Spüli Gemisch einzunebeln, um dem Tiefgrund die Oberflächenspannung zu nehmen. Ein Zerstäuber (bei mir ist es eine alte Flasche aus dem Kfz-Pflegeprogramm) ist hierfür bestens geeignet. Wird dann mit einer Pipette oder Einwegspritze der Tiefgrund aufgeträufelt, zieht er sich durch das Wasser-Spüli Gemisch sehr schön durch das ganze Schotterbett.

Foto: Arbeitsutensilien zum Verkleben

Mit der Einwegspritze erfolgt das Durchtränken des zuvor angefeuchteten Schotters. Ich habe bewußt keine Nadel auf die Spritze gesetzt, da diese einen Strahl erzeugt, der den mühsam verteilten Schotter in aller Richtungen pusten würde. Tropfen für Tropfen ist das Verkleben eigentlich recht schnell erledigt. Der Tiefgrund trocknet vollständig matt auf und hinterläßt keinen Glanz. Außerdem bleibt die Verklebung leicht elastisch.

Foto: Mit der Spritze erfolgt das Auftragen des Tiefgrundes

Nachdem der Tiefgrund getrocknet ist – ich warte meist 24 Stunden ab – kann der letzte Arbeitsschritt in Form der farblichen Gestaltung in Angriff genommen werden. Bei mir ist eine einfache Airbrushpistole von Revell zum Einsatz gekommen. Ich habe leider auch noch keinen Kompressor und muss daher auf diese relativ teuren Druckluftflaschen zurückgreifen. Übrigens verwende ich ganz normale Abtönfarbe, die ich stark mit Wasser verdünne. Durch die starke Verdünnung läuft man nicht Gefahr, Kleineisen oder die Strukturen in den Schwellen durch einen zu dicken Farbauftrag zuzukleistern.

Foto: Eine einfache Airbrush-Ausstattung ist für diesen Zweck wirklich ausreichend

Falls das Ergebnis nicht zufriedenstellend ausgefallen sein sollte, kann man natürlich in einem weiteren Airbrush-Durchgang noch einmal nachbessern. Ich habe den Fehler gemacht, daß ich leider ein wenig zu viel Rost und Bremsstaub aufgenebelt habe – dadurch wirkte mein Gleisbereich eher wie eine stark befahrende Hauptstrecke und weniger wie der Gleisbereich eines beschaulichen Nebenbahn-Bahnhofs. Abhilfe schaffte aber schnell ein weiterer Durchgang in einem hellen “staubgrau” Farbton. Jetzt gefällt’s mir!

Foto: Farbliche Gestaltung mittels Airbrush-Technik

Falls jemand eine Frage haben sollte, schreibt mir einfach eine Mail!